Privatpraxis für körperorientierte Psychotherapie
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Kristin Diebel (Heilpraktikerin Psychotherapie) - Praxis für körperorientierte Psychotherapie
Kristin Diebel - körperorientierte Psychotherapie in Paderborn

Körperorientierte Traumatherapie


...denn das Trauma liegt nicht im Ereignis

Der Begriff „Trauma“ ist nunmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch viele Menschen wissen nicht, was sich hinter der komplexen Thematik verbirgt. An dieser Stelle beantworte ich häufige Fragen, die mir alltäglich in meiner Paderborner Privatpraxis für Traumatherapie begegnen.

Wie entsteht ein Schocktrauma?

In einer bedrohlichen Situation, wie z.B. bei Unfällen, Operationen, Gewalt- oder Verlusterfahrungen, wird vom Körper ein hohes Maß an Energie bereitgestellt, damit wir selbsterhaltend handeln können.

Wenn wir aber weder fliehen noch kämpfen können, tritt ein körpereigener Schutzmechanismus ein – die sogenannte Erstarrungsreaktion: Große Bereiche unserer höheren Hirnfunktionen wie Denken oder Sprechen werden einfach „abgeschaltet“, und die entwicklungsgeschichtlich älteste Hirnstruktur, der Hirnstamm, übernimmt dann die Führung. Er sorgt dafür, dass nur die überlebenswichtigen Funktionen, wie z. B. Kreislauf und Atmung aufrechterhalten werden, während wir die Situation in hilfloser Erstarrung über uns ergehen lassen müssen.

Wie verarbeitet der Körper ein Trauma?

Normalerweise wird nach Beendigung der Gefahrensituation die im Nervensystem gespeicherte „erstarrte Ladung“ durch Zittern, Schütteln oder Weinen gelöst und somit ist die Balance zwischen An- und Entspannung wieder hergestellt. Mit Hilfe dieser Selbstregulationsfähigkeit wird eine gesunde Verarbeitung von Erregungsenergie möglich und das Ereignis wird verarbeitet.

Oft versuchen wir, diese natürlichen Körperreaktionen zu unterdrücken, weil sie uns aus Unwissenheit Angst machen oder die Situation bzw. die Umgebung es nicht zulässt.

Wenn eine gesunde Verarbeitung von Erregungsenergie auf körperlicher Ebene nicht geschieht, kann ein Schocktrauma entstehen.

Die in der bedrohlichen Situation bereitgestellte Energie verbleibt dann als „erstarrte Ladung“ im Körper gefangen, und ein Teufelskreis beginnt …

Somit wird deutlich: Das Trauma liegt nicht in der Art oder Schwere des Ereignisses begründet, sondern hängt in erster Linie von der Fähigkeit unseres Nervensystems ab, sich selbst zu regulieren.

Wie wirkt sich ein Trauma langfristig aus?

Ein Trauma führt zum Verlust von innerer Beweglichkeit. Die Erfahrung von Vertrauen, das Gefühl der Sicherheit und der Verbindung zum Selbst und zu anderen Menschen werden erschwert oder gehen komplett verloren. Wir erleben dann Gefühle wie überwältigende Angst, Ohnmacht, Ausgeliefertsein, Kraft- und Hilflosigkeit und tiefe Erschöpfung.

Das alles macht Angst, was die Immobilität noch verstärkt und kann – oft erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis – zu den verschiedensten Symptomen führen. Zu den häufigsten Beschwerden gehören psychosomatische Störungen wie innere Unruhe, chronische Schmerzen, Schlaf- oder sexuelle Funktionsstörungen, aber auch Ängste, Zwänge und Depressionen. Welche Therapie kann bei einem Trauma helfen?

  • Die von Dr. Peter Levine entwickelte Methode ist ein sehr wirkungsvolles Werkzeug bei der kleinschrittigen und behutsamen Behandlung und Auflösung der Folgebeschwerden eines Schocktraumas. Hierbei findet eine therapeutisch angeleitete „Entladung von erstarrter Lebensenergie“ statt. Wie dies genau geschieht, können Sie unter Methoden nachlesen.

  • NARM ist ein von Dr. Heller, PhD., entwickeltes, hochwirksames Werkzeug zur Behandlung von Entwicklungs- und Beziehungstraumata. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn nicht das oben erwähnte Entladen von erstarrter Lebensenergie, sondern das „Nachnähren“ nicht befriedigter Grundbedürfnisse – nach Kontakt, Bedürfnisbefriedigung, Vertrauen in sich und andere, Autonomie und Liebe/Sexualität) im Vordergrund steht.

    Diese entwicklungspsychologischen Lebensthemen beeinflussen, wie gut wir im Hier und Jetzt, bei uns selbst und anderen sein können. In dem Maße, in dem unsere Grundbedürfnisse erfüllt sind, bleiben wir im Fluss und in gutem Kontakt mit uns selbst. In dem Maße, in dem nicht für sie gesorgt wird, entwickeln wir Überlebensstrategien, um den fehlenden Kontakt und die gestörte Regulierung zu bewältigen. Eben diese Strategien werden uns später im Leben oft zum Verhängnis, da wir sie aufgrund fehlender Alternativen weiter unbewusst ausagieren.

  • EMI wurde von Danie Beaulieu als therapeutische Methode zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen und anderer Formen stark emotional belastender Erinnerungen entwickelt. Es wird mit einer Folge von 24 verschiedenen Augenbewegungsmustern gearbeitet wie unter Methoden beschrieben.

Ziel einer jeden körperorientierten Traumatherapie ist es, die Schwingungsfähigkeit des Nervensystems wiederherzustellen. Wenn dies gelingt, erfahren wir einen Zuwachs an Kontrolle über das eigene Erleben und Handeln. Gefühle der inneren Ruhe, Kraft, Zuversicht und der Eigenmächtigkeit stellen sich ein.

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“
Christian Morgenstern (1871 - 1914)